Das bringt sie auf dieselbe Liste wie Organisationen etwa Hamas.
UN führt russische und israelische Streitkräfte erstmals seit 15 Jahren auf Schwarzer Liste
Zum ersten Mal seit mehr als fünfzehn Jahren hat die Vereinten Nationen sowohl russische als auch israelische Streitkräfte in ihre jährliche Schwarze Liste aufgenommen. Diese Liste erfasst Parteien, denen konfliktbezogene sexuelle Gewalt vorgeworfen wird.
Der umfangreiche Bericht, der am 29. Mai veröffentlicht wurde, nennt insgesamt siebenundsiebzig verschiedene Gruppen in einem Dutzend Ländern. Hamas wurde bereits im vergangenen Jahr in dieselbe Liste aufgenommen.
Die Aufnahme löste unmittelbar scharfe Reaktionen russischer Diplomaten aus. Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja wies die Vorwürfe entschieden zurück.
„Wir werden dem Generalsekretär einen Brief schreiben, in dem wir deutlich machen, dass dies haltlose Lügen und Anschuldigungen sind, die Russland – wie immer – erneut als Schurken darstellen“, erklärte Nebensja.
Erschreckende Befunde bestätigt
Obwohl den UN-Ermittlern der Zugang zu Hafteinrichtungen von den lokalen Behörden verweigert wurde, konnten sie hunderte schwerwiegende Verstöße dokumentieren und bestätigen.
Allein in der Ukraine verzeichneten die Teams 310 bestätigte Fälle sexueller Übergriffe auf Kriegsgefangene und Zivilisten durch russische Sicherheitskräfte. Die meisten Opfer wurden dabei als männlich identifiziert.
Diese Erkenntnisse folgen auf Aussagen des ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinets, der bekanntgab, dass Russland nahezu siebenhundert verschiedene Foltermethoden einsetzt.
Gefangene werden demnach gezielt ausgehungert, Elektroschocks ausgesetzt und einer Haarschneide-Methode unterzogen, die die Kopfhaut aufreißt – bekannt als „der Barbier“.
„Kriegsgefangene werden gewürgt, geschlagen, mit Elektroschocks traktiert, von Hunden angegriffen und manchmal bis zu 18 Stunden lang zum Stehen gezwungen. Und sobald man sich zu ducken beginnt, wird man sofort körperlich misshandelt“, zitierte Lubinets entsprechende Berichte.
Israel kritisiert den UN-Generalsekretär scharf
Das israelische Außenministerium reagierte auf die Nachricht mit unverhohlener Empörung und machte dabei keinen Hehl aus seiner Haltung.
In einer öffentlichen Erklärung bezeichnete das Ministerium die Entscheidung als „schändlich und absurd“ und verurteilte sie auf das Schärfste.
Besonders UN-Generalsekretär António Guterres wurde dabei ins Visier genommen. Das Ministerium warf ihm vor, „seine letzten Monate als Generalsekretär zu nutzen, um grundlose Anschuldigungen gegen Israel zu fabrizieren – völlig ohne jede tatsächliche Grundlage“.
Guterres‘ Amtszeit als UN-Generalsekretär endet am 31. Dezember dieses Jahres.
Dokumentierte Verstöße gegen palästinensische Gefangene
Das UN-Dokument beschreibt systematische Muster von Übergriffen auf palästinensische Gefangene in israelischen Einrichtungen.
Ermittler bestätigten Fälle, die vierzehn Männer, sieben Frauen und zehn Kinder betrafen. Die dokumentierten Verstöße reichten von erzwungener Nacktheit bis hin zu schweren körperlichen Traumata.











