Eine Routinekontrolle mit fatalen Folgen
Was in einem Land vollkommen legal und sogar ärztlich verschrieben ist, kann in einem anderen zu einer jahrelangen Gefängnisstrafe führen. Genau das musste ein hochrangiger Unternehmensmanager auf schmerzhafte Weise erfahren.
Was zunächst wie eine gewöhnliche Gepäckkontrolle aussah, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem schwerwiegenden Strafrechtsfall.
Festnahme am Moskauer Flughafen
Auf einem der größten internationalen Flughäfen Moskaus eskalierte eine Standardkontrolle rasch zu einer ernsthaften Verhaftung. Sicherheitsbeamte nahmen einen ankommenden ausländischen Reisenden fest, nachdem sie in seinem persönlichen Gepäck eine verbotene Substanz entdeckt hatten.
Der Passagier führte eine Menge THC-haltiger Süßigkeiten mit sich. Zollbeamte stoppten den Reisenden am internationalen Flughafen Scheremetjewo unmittelbar nach seiner Ankunft – er war gerade aus einem Transitflug aus Katar ausgestiegen.
Der Festgenommene wurde später als Jugal Daterao identifiziert, ein erfahrener Technologiemanager mit Sitz in New York. Seinem öffentlichen Berufsprofil zufolge ist er ein leitender Programmdirektor, der seit 2019 bei The Walt Disney Company beschäftigt ist.
Die medizinische Erklärung
Beim letzten Gerichtstermin bestritt Daterao den Besitz der Cannabis-Produkte nicht. Stattdessen erklärte er dem vorsitzenden Richter, dass die Gegenstände für seine laufende medizinische Behandlung unverzichtbar seien.
Er schilderte, dass ein zugelassener Arzt in den USA ihm das medizinische Cannabis legal verschrieben habe. Die spezialisierte Behandlung sei entscheidend für seine langfristige körperliche Erholung nach einer äußerst komplexen Gehirnoperation.
Die russischen Behörden ließen diese medizinische Erklärung jedoch vollständig unberücksichtigt. Das russische Rechtssystem verfolgt eine strikte Nulltoleranzpolitik gegenüber sämtlichen Cannabisprodukten – unabhängig davon, ob sie im Ausland offiziell ärztlich verordnet wurden.
Das harte Urteil
Ein Richter am Bezirksgericht Chimki sprach am Freitag ein strenges Urteil. Das Gericht befand den Disney-Mitarbeiter für schuldig – sowohl wegen unerlaubten Drogenbesitzes als auch wegen internationalen Schmuggels.
Das endgültige Strafmaß beläuft sich auf zwei Jahre und sechs Monate Haft. Daterao muss seine Strafe in einer Einrichtung mit mittlerem Sicherheitsniveau verbüßen. Zusätzlich wurde er zur Zahlung einer Geldstrafe von 30.000 Rubel verurteilt, was etwa 420 US-Dollar entspricht.
Lokale Medienberichte deuten darauf hin, dass Daterao die indische Staatsangehörigkeit besitzt, wobei unklar bleibt, ob er auch einen amerikanischen Pass hat. Journalisten haben bereits die US-Botschaft in Moskau um eine offizielle Stellungnahme zu dem Fall gebeten.











