Washington schlägt einen neuen Stufenplan vor, um die Lage zu entschärfen, mit der Israel derzeit konfrontiert ist.
Die diplomatischen Bemühungen zur Beruhigung der Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah gewinnen an Fahrt – auch wenn die Kämpfe am Boden einen ohnehin fragilen Waffenstillstand weiterhin gefährden.
US-Außenminister Marco Rubio hat sowohl mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu als auch mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun gesprochen. Washington versucht dabei, als Vermittler für eine schrittweise Deeskalation der Feindseligkeiten zwischen beiden Seiten zu fungieren.
Einem amerikanischen Regierungsvertreter zufolge haben US-Unterhändler einen Vorschlag eingebracht, der Raum für umfassendere Friedensgespräche schaffen soll.
Erster Schritt: Die Waffen zum Schweigen bringen
Der Plan sieht Berichten zufolge vor, dass die Hisbollah sämtliche Angriffe auf Israel einstellt.
Im Gegenzug würde Israel darauf verzichten, seine Militäroperationen in Beirut auszuweiten.
Amerikanische Regierungsvertreter sind der Ansicht, dass ein solcher Schritt eine weitere Eskalation verhindern und die Grundlage für substantiellere Verhandlungen schaffen könnte.
„Dies würde Raum für eine schrittweise Deeskalation und ein effektives Ende der Feindseligkeiten schaffen“, erklärte ein amerikanischer Regierungsvertreter.
Die Bemühungen, Unterstützung für den Vorschlag zu gewinnen, beinhalten direkte Gespräche mit libanesischen Führungspersönlichkeiten.
Libanon sucht nach einer Einigung
Präsident Joseph Aoun soll aktiv daran arbeiten, die amerikanische Initiative voranzutreiben und Zusagen von allen Beteiligten einzuholen.
Dennoch bleiben erhebliche Komplikationen bestehen.
Der Sprecher des libanesischen Parlaments, Nabih Berri, soll darauf bestanden haben, dass die Verantwortung für eine Spannungsreduzierung bei Israel liege.
Berri, der erklärte, er könne die Einhaltung eines Waffenstillstandsabkommens durch die Hisbollah „garantieren“, bestand darauf, dass Israel aufhören müsse, „zuerst zu schießen“.
Die anhaltenden Meinungsverschiedenheiten darüber, wer den ersten Schritt tun soll, erschweren die Verhandlungen weiterhin erheblich.
Israelische Operationen ausgeweitet
Die diplomatischen Gespräche finden parallel zu einer Vertiefung der israelischen Militäroperationen im Südlibanon statt.
Netanjahu bestätigte am Sonntag, er habe die Truppen angewiesen, tiefer in libanesisches Gebiet vorzurücken – trotz eines Waffenstillstands, der offiziell seit über sechs Wochen in Kraft ist.
Israelische Militärvertreter meldeten, die Streitkräfte hätten das historische Beaufort Castle sowie einen strategisch bedeutsamen Bergrücken eingenommen, der Teile des Südlibanons überblickt.
Der Vormarsch folgte auf einen der intensivsten Tage mit Raketen- und Raketenangriffen der Hisbollah seit dem Inkrafttreten des April-Waffenstillstands.
Sicherheitsbedenken führten zu Schulschließungen und weiteren Einschränkungen in Nordisrael.
Washington signalisiert Rückhalt für Israel
Amerikanische Regierungsvertreter machten deutlich, dass Washingtons Geduld angesichts der anhaltenden Hisbollah-Angriffe zunehmend schwindet.
Ein an den Verhandlungen beteiligter US-Vertreter erklärte, amerikanische Entscheidungsträger erwarteten nicht, dass Israel fortgesetzte Angriffe auf zivile Gemeinden auf unbestimmte Zeit hinnehme.
Die Verhandlungsführer stehen weiterhin vor der zentralen Herausforderung, diplomatische Anstrengungen mit militärischen Realitäten in Einklang zu bringen.
Während Washington versucht, einen Rahmen für die Deeskalation zu etablieren, stellt die Entwicklung auf dem Schlachtfeld die entscheidende Frage: Kann ein dauerhafter Waffenstillstand lange genug standhalten, damit umfassendere Verhandlungen überhaupt in Gang kommen?











