Warum immer mehr Menschen das farbenfrohe Städtchen am Ärmelkanal entdecken

Das wenig bekannte Örtchen im Norden Frankreichs schlägt berühmte Ferienorte der Riviera

Das kleine Städtchen Mers-les-Bains, eingebettet zwischen majestätischen Kreidefelsen und einer ruhigen Küstenlinie, hat in der renommierten Bewertung des Magazins AD Magazine weit bekanntere Reiseziele aus dem Süden des Landes hinter sich gelassen. Die Redaktion würdigte nicht nur die beeindruckende Naturkulisse, sondern auch die unverwechselbare Atmosphäre eines Ortes, der bis heute den Geist eines ursprünglichen Fischerdorfes bewahrt hat.

Wer an einen Frankreichurlaub denkt, hat meistens sofort die Côte d’Azur, die Provence oder die Gegend um Nizza vor Augen. Diesmal aber hat sich ein völlig anderer Ort an die Spitze der Ferienlisten gekämpft – Mers-les-Bains, ein malerisches Seebad im Département Somme an Frankreichs Nordküste.

Vom Fischerdorf zum gefragten Badeort an der Nordküste Frankreichs

Noch vor einigen Jahrzehnten lebte Mers-les-Bains hauptsächlich vom Fischfang und der Landwirtschaft. Ebbe und Flut bestimmten den Tagesrhythmus, die Uferpromenade gehörte Booten, Netzen und den schlichten Häusern der Fischer. Von großen Hotels, exklusiven Geschäften oder bunten Promenaden war damals keine Spur.

Der Wandel kam im neunzehnten Jahrhundert, als das Seebaden unter Frankreichs Mittelschicht und Aristokratie zur Mode wurde. Eine entscheidende Rolle spielte dabei die Eisenbahn – sie verkürzte die Reise von Paris an den Ärmelkanal von mehreren Tagen auf wenige Stunden. Das stille Dorf begann sich rasch in einen Ferienort zu verwandeln.

Direkt am Meer entstanden elegante, reich verzierte Villen im Stil der Belle Époque: leuchtende Farben, verspielte Balkone, kunstvolle Holzdetails, Erker und Türmchen. Genau diese Bauten prägen heute das charakteristischste Bild von Mers-les-Bains. Ihre Erbauer hatten ein klares Ziel – sichtbar zu sein, von der Promenade und vom Strand aus.

Dauerhaft leben hier rund 2.500 Einwohner. Sobald die Sommersaison beginnt, vervielfacht sich die Zahl der Menschen in den Straßen und an den Stränden. Trotzdem wird das Städtchen nicht zu einem lärmenden Vergnügungspark – das Leben fließt in gemächlichem Tempo, mit lokalen Märkten, kleinen Cafés und freundlichen Gesprächen vor den Haustüren.

Warum dieser Badeort als Highlight des Sommers 2026 gekürt wurde

Das Magazin AD Magazine hat Mers-les-Bains zur besten Reisedestination des Sommers 2026 ernannt. Der Grund ist dabei recht einfach: außergewöhnliche Landschaft, eine Reihe bunter Villen mit direktem Meeresblick, beeindruckende weiße Klippen und eine Atmosphäre ruhigen, fast analogen Urlaubs. Genau das sucht ein wachsender Teil der Reisenden heute.

Die Redaktionsexperten heben diesen besonderen Mix als Antwort auf die steigende Nachfrage nach authentischen Zielen abseits ausgetretener Touristenpfade hervor. Reiseanalysten bestätigen, dass immer mehr Besucher den Kontakt mit der Natur und der lokalen Gemeinschaft einem standardisierten All-inclusive-Paket vorziehen. Mers-les-Bains bietet genau diese Alternative – ohne die Menschenmassen, die den Süden Frankreichs prägen.

Die Lage des Ortes zwischen Klippen, dem Fluss Bresle und dem offenen Meer sorgt dafür, dass man das Spiel des Wassers und die salzige, feuchte Luft von nahezu jedem Punkt aus wahrnimmt. Gemeinsam mit Le Tréport und Eu bildet Mers-les-Bains die sogenannten drei Schwesterstädte – drei urbanistisch verbundene Gemeinden, von denen jede ihren eigenen Charakter bewahrt hat.

Was man in Mers-les-Bains an einem Sommertag alles erleben kann

Die Hauptbühne ist der kilometerlange Strand aus Kies und Sand. Bei Niedrigwasser lässt sich ein großer Teil des Uferabschnitts trockenen Fußes erkunden. Auf der einen Seite säumen bunte Häuserreihen den Strand, auf der anderen erhebt sich eine Kliffwand. In der Hochsaison belegen zwar Sonnentücher und Liegestühle einen Teil des Strandes, doch ein ruhiges Plätzchen mit Blick aufs offene Meer findet sich trotzdem immer.

Nach Sonnenuntergang verlagert sich das Geschehen auf die Uferpromenade. Ein Spaziergang entlang der Belle-Époque-Villen erinnert an einen Gang durch die Kulissen eines historischen Films. Das Licht aus den Fenstern spiegelt sich in den farbenfrohen Fassaden, und bei gutem Wetter fallen die letzten Sonnenstrahlen direkt auf die Klippen auf der anderen Seite der Bucht.

Wer es nicht lange auf dem Handtuch aushält, findet in der Umgebung zahlreiche Wanderwege entlang der Küste und ins Landesinnere. Vom Klippenrand aus öffnet sich ein Panoramablick auf die drei Städte und die gesamte Bucht. In der Nähe liegt außerdem die berühmte Somme-Bucht, eines der wertvollsten Naturgebiete der gesamten Nordküste.

  • Spaziergang auf der von Belle-Époque-Villen gesäumten Promenade
  • Tag am Strand am Fuß der weißen Kreidefelsen
  • Aufstieg auf die Klippen mit Panoramablick über den Ärmelkanal
  • Besuch der Nachbarstädte Le Tréport und Eu
  • Ausflug in die Somme-Bucht mit Naturbeobachtung
  • Fotografieren der bunten Fassaden aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert
  • Einkauf auf lokalen Märkten mit regionalen Produkten

Was deutschsprachige Reisende an der Nordküste Frankreichs überraschen könnte

Für Urlauber, die Sandstrände gewohnt sind, wird das erste Überraschungsmoment das steinige Ufer sein. Viele Gäste greifen nach dem ersten Kontakt mit diesem Untergrund schnell nach Wasserschuhen. Dafür bietet die Küste eine stabile Uferlinie, und bei Ebbe lassen sich ausgedehnte und angenehme Spaziergänge unternehmen.

Die zweite Überraschung ist die Architektur. Statt typisch französischer Häuser mit roten Dächern steht hier ein buntes Stilgemisch aus der Wende des neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert – gewagt farbige Fassaden, reiche Ornamente und Verzierungen, die man auf einem kurzen Straßenabschnitt sonst kaum anderswo findet. Für Fotografen ist das schlicht ein Freilichtmuseum mit Motiven in Rosa, Türkis, Grün und Gelb.

Einen Gedanken verdient auch das Wetter. Der Norden Frankreichs hat kein Mittelmeerklima – gelegentlich gibt es kühlere und windige Tage, dafür fehlt die erschöpfende Hitze. Für Familien mit Kindern und Menschen, die extreme Temperaturen schlecht vertragen, kann das ein klares Plus sein. Die Belle-Époque-Villen bieten zudem natürlichen Windschutz und bewahren die authentische Atmosphäre einer vergangenen Epoche.

Das ideale Reiseziel für alle, die den Sommer anders verbringen möchten

In der Bewertung von AD Magazine hat sich Mers-les-Bains durch eine einzigartige Kombination durchgesetzt: Meereskulisse, historisches Erbe, gute Erreichbarkeit und eine ruhigere Atmosphäre fernab des kommerziellen Trubels. Für einen Teil der Reisenden ist es noch ein weißer Fleck auf der Landkarte, für andere die Chance, einen Sommer völlig anders zu verbringen als auf einem überfüllten Strand zwischen Hunderten von Liegestühlen.

Tourismusforscher weisen darauf hin, dass das Interesse an der französischen Nordküste vor allem bei Besuchern aus Belgien, den Niederlanden und Großbritannien wächst. Für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum kann Mers-les-Bains eine reizvolle Alternative zu vertrauten Reisezielen sein – mit eigener Geschichte, unverwechselbaren Villen und unmittelbarem Zugang zur Natur der Somme-Bucht. Vielleicht findet man genau hier die Art von Urlaub, nach der man schon lange gesucht hat.

Author

  • Marie zählt zu Deutschlands bekanntesten Gartenbloggerinnen. Aufgewachsen in einem Vorort, zog sie bewusst aufs Land, um sich dort einen autarken Gemüsegarten anzulegen. Marie zeigt anderen, wie sie sich das ganze Jahr über mit frischem Gemüse versorgen können, ohne ihre gesamte Freizeit im Garten zu verbringen. Sie ist außerdem Autorin mehrerer Bestseller zum Thema Garten.

Scroll to Top